Komplimente, Anerkennung, Wertschätzung
Komplimente und Anerkennung helfen dir, die positiven Aspekte der Persönlichkeit des Kindes verstärkt wahrzunehmen.
Passiert es dir manchmal im Alltag mit Kindern, dass du deine Aufmerksamkeit auf das Fehlverhalten lenkst? Dass du dich darüber ärgerst, wie dein Kind sich verhält wenn es wütend ist, streitet, schreit oder unehrlich ist? Und manchmal hast du den Eindruck, dein Kind ist „nur noch“ bockig, launisch, kaum auszuhalten? Dann sind Komplimente für dich und das betreffende Kind ein wirksames Antidot.
Warum Komplimente?
Komplimente und Anerkennung helfen dir, die positiven Aspekte der Persönlichkeit des Kindes wahrzunehmen. Und sie helfen dem Kind, zu verstehen, welches Verhalten von ihm erwartet wird. Außerdem motiviert es jedes Kind unheimlich, wenn es regelmäßig hört, was es richtig und gut gemacht hat.
Komplimente stärken also eure Beziehung und sie ermutigen Kinder. Sie verbessern das Familien- oder Gruppenklima und reduzieren Konflikte.
Wir fühlen uns gehört und gesehen und müssen nicht Aufmerksamkeit oder Macht darüber erlangen, Streit oder Unfrieden zu stiften. Klingt logisch? Dann mal los:
Komplimente helfen dem Kind, zu verstehen, welches Verhalten von ihm erwartet wird.
Gibt es einen Unterschied zwischen den dreien: Komplimente, Anerkennung, Wertschätzung
Die drei Begriffe sind für verschiedene Altersgruppen besser zu verstehen. Jüngere Kinder können mit dem Wort „Komplimente“ eher etwas anfangen, während Jugendliche lieber „Wertschätzung“ oder „Anerkennung“ sagen. Wie du es nennst, hängt von den Kindern und dem Kontext ab.
Fragen und Reflexionen begleiten Kinder darin, ihre eigenen Denkprozesse zu durchlaufen.
Komplimente – Wie sag‘ ich’s?
Komplimente wollen geübt werden. Kinder können sich besser vorstellen, was gemeint ist, wenn du ein paar Beispiele gibst. Gib die konkrete Formulierung vor, denn sonst bleiben Komplimente oft zu vage. Etwa: „Ich schätze Tamara, weil sie so lieb ist.“ Hier könntest du nachfragen: „Was tut Tamara, das dir das Gefühl gibt, sie hat dich lieb?“ Jane Nelsen empfiehlt in ihrem Buch die Formulierung: „Ich möchte gerne (Name) ein Kompliment machen, weil sie (etwas Bestimmtes) gemacht hat.“
Komplimente, Wertschätzung und Anerkennung bezieht sich auf
- etwas, das jemand persönlich erreicht hat,
- Hilfsbereitschaft oder
- etwas, das jemandem eine Freude macht.
Komplimente für den Familienrat/ Gruppenrat/ Gruppenkreis
In den regelmäßigen Runden, die in der Familie oder Gruppe stattfinden, nehmen Komplimente und Anerkennung den wichtigsten Teil ein. Sie erfolgen immer am Beginn jeder Runde. Wenn ihr gerade erst mit dem Rat beginnt, nehmt euch ein paar Durchgänge Zeit, um nur Komplimente zu verteilen. Dabei ist es wichtig, dass jede anwesende Person ein Kompliment erhält.
Diese Kommunikationssperren können Widerstand oder Rebellion auslösen. Sie verhindern, dass die andere Person nachdenkt, reflektiert und lernt. Oder machen es zumindest sehr viel schwerer.
Diese Straßensperren führen in Gesprächen dazu, dass die Person mit dem Anliegen (in unserem Fall das Kind) zuerst die Straßensperre überwinden muss. Beispielsweise muss es erst überwinden, dass der Erwachsene seine Gefühle lächerlich macht und möglicherweise kann es danach nicht mehr weiterdenken. Oder Lob: Du bist ein kluges Kind! Dieser Satz kann dazu führen, dass ein Kind nicht versteht und auch nicht verstehen will, warum ihm eine Prüfung gut gelungen ist. Also hört die Selbstreflexion an dieser Stelle auf.
Komplimente im Alltag mit Kindern
Es könnte hilfreich sein, eine Komplimente-Liste griffbereit zu haben. Sie darf an einem sichtbaren Ort im Raum hängen (Kühlschrank, Gruppentür). Wenn Kinder etwas Positives erzählen oder beobachten, frage, ob sie es auf die Komplimente-Liste für den nächsten Kreis oder Familienrat schreiben oder zeichnen wollen. Junge Kinder können auch ihr Kompliment für andere diktieren.
Beim nächsten Mal lesen Kinder und Erwachsene die gesammelten Komplimente für die anderen vor.
Besonders, wenn ihr mit Wertschätzung und Anerkennung gerade beginnt, ist es wichtig, sich Notizen zu machen. Dein Gehirn muss erst die Wahrnehmung der positiven Aspekte üben. So kannst du ihm dabei helfen. Mit der Zeit fallen dir mehr Dinge auf und du wirst sie dir auch leichter merken.
Besonders, wenn ihr mit Wertschätzung und Anerkennung gerade beginnt, ist es wichtig, sich Notizen zu machen
Tools der positiven Disziplin, die dir dabei helfen
Dankbarkeit ist die kleine Schwester der Liebe – sagt Vera F. Birkenbihl. Indem wir Dankbarkeit praktizieren, beruhigen und stabilisieren wir unser Nervensystem. Wir beginnen, die positiven Aspekte des Lebens deutlicher wahrzunehmen.
Dankbarkeit darf einen festen Platz im Tagesablauf haben. In Familien kann es ein schönes Ritual sein, wenn ihr nach dem gemeinsamen Abendessen oder vor dem Schlafengehen ein oder zwei Dinge nennt, für die ihr dankbar seid. In Kitagruppen und Klassen könnte die Dankbarkeit im Kinderkreis ihren Platz finden. Probiere es mal für zwei Wochen aus und beobachte, was sich verändert.
Events, die dir dabei helfen, Komplimente und Wertschätzung im Alltag mit Kindern einzusetzen:
Bleibe auf dem Laufenden!
Melde dich hier für meinen Newsletter an
Durch deine Anmeldung akzeptierst du die Datenschutzbestimmungen
Verwandte Beiträge
Blog Posts
Wie kriegen wir Kinder dazu, zuzuhören? Gibt es dafür Tricks und Tools? Die gibt es...
Werte im Team beeinflussen Zusammenarbeit, Kommunikation und psychologische Sicherheit. Warum gemeinsame Werte...
Translanguaging hilft Fachkräften in Kitas, die vielen Sprachen eines Kindes als Kompetenz wahrzunehmen und die...
Erwischst du dich öfter dabei, deine Kinder frustriert an Vereinbarungen zu erinnern? In diesem Artikel findest du...
In diesem Artikel geht es um den stillen Schmerz vieler Familien: verlorene Geschwister, insbesondere Babys, über die...
Warum Wutausbrüche bei Kleinkindern keine Trotzanfälle sind. Wie funktioniert Emotionsregulation mit Kleinkindern?...






