Bildungsarbeit trotz Personalmangel
Einblicke in den beliebten Workshop: Wie Kitas Alltag als Bildungsmomente sichtbar machen. Workshop-Nachlese vom DKLK Stuttgart & Kita-Fachtag.
Interaktionsqualität ist Bildungsqualität
Bildungsarbeit leisten wir nicht on top. Wir leisten sie in jedem Moment – wir müssen nur lernen, sie zu sehen und zu benennen.
In den letzten Wochen habe ich diesen Workshop gleich zweimal gehalten: beim Deutschen Kitaleitungskongress in Stuttgart mit 21 Teilnehmenden – überwiegend Leitungskräften – und beim Fachtag in Büttelborn mit 18 pädagogischen Fachkräften aus Hessen. Zwei unterschiedliche Gruppen, ein Thema, das beide trifft.
Denn der Druck ist spürbar, wo zu wenig Personal vor Ort ist. Das Gefühl, dass echte Bildungsarbeit gerade schlicht nicht möglich ist. Dass es irgendwie extra sein müsste – etwas, das man organisiert, plant, zusätzlich leistet. Genau da setze ich an.
Die Kamera auf den Alltag in der Kita richten
Was passiert in alltäglichen Situationen?
Im Workshop in Büttelborn haben wir gemeinsam eine ganz alltägliche Situation auseinandergenommen: das Mittagessen. Zuerst haben die Teilnehmenden beschrieben, was dort passiert – als ob eine Kamera in den Raum schauen würde. Was sieht man? Was hört man? Was tun die Kinder, was tun die Erwachsenen?
Dann haben wir dieselbe Situation in Fachsprache übersetzt: Welche Kompetenzen werden beim Mittagessen erworben?
- Soziale Kompetenzen im Miteinander.
- Emotionale Regulation, wenn das Warten schwerfällt.
- Wortschatzerweiterung im Gespräch.
- Physikalisches Verstehen beim Ausschöpfen.
- Mathematisches Denken beim Abzählen der Plätze.
Das Ergebnis? Die Situation hat sich nicht verändert. Aber der Blick darauf schon.
Was Leitungskräfte daraus machen können
Raum, Team, haltung
In Stuttgart war die Gruppe eine andere: Kitaleitungen, die nicht nur selbst im Alltag stecken, sondern auch ihre Teams begleiten. Für sie war besonders wertvoll zu erarbeiten, wo sie ansetzen können – an der Kommunikation im Team, an den Räumlichkeiten, in der Reflexion.
- Wie man Kolleg:innen einlädt, Alltagsmomente fachlich zu benennen.
- Wie man das Thema Bildungsqualität ins Team bringt, ohne zusätzlichen Druck zu erzeugen.
- Wie man Kolleg:innen dazu ermutigt, zu sehen, was sie alles bereits leisten.
Das Feedback aus Stuttgart hat mich sehr gefreut: Die Gruppe bewertete den Workshop im Schnitt mit der Note 1,5. Was besonders gut ankam: die praxisnahe, interaktive Erarbeitung – und der Austausch mit anderen Leitungskräften, der oft mindestens genauso wertvoll ist wie der Input selbst.
Auch in Büttelborn war es genau dieses interaktive Erarbeiten und die Austauschrunden, die den Unterschied gemacht haben. Kein Vortrag, sondern gemeinsames Denken.
Was bleibt
Was die Teilnehmenden aus beiden Workshops mitnehmen ist im Kern dasselbe: ein schärferer Blick auf die kleinen Momente des Alltags. Das Anziehen. Das Hände waschen. Das Tisch decken. Momente, die oft als stressig oder störend wahrgenommen werden. Und die in Wirklichkeit vollgepackt sind mit Bildung. Einige Teilnehmende gaben zurück: Ich sehe jetzt, wie viel ich leiste.
Es geht nicht darum, mehr zu machen. Es geht darum, sichtbar werden zu lassen, was schon geleistet wird. Und das weiterzugeben – an Eltern, an Träger, an sich selbst.
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