Werte im Team
Werte im Team beeinflussen Zusammenarbeit, Kommunikation und psychologische Sicherheit. Warum gemeinsame Werte entscheidend für eine tragfähige Teamkultur sind – und wie sie im Alltag wirken.
Werte im Team – warum sie die Zusammenarbeit prägen
Werte begegnen uns oft in Leitbildern, Konzeptionen oder auf Flipcharts aus Teamtagen. Begriffe wie Respekt, Offenheit oder Wertschätzung sind schnell gefunden. Und trotzdem erleben viele Teams im Alltag Spannungen, Missverständnisse oder das Gefühl, aneinander vorbeizuarbeiten. Der Grund dafür liegt selten in mangelnder Fachlichkeit sondern häufig in ungeklärten oder unterschiedlich verstandenen Werten im Team.
Werte wirken sich immer aus. Auch wenn sie nie bearbeitet wurden.
Was Werte im Team eigentlich sind
Werte sind keine Regeln und keine Ziele. Werte sollten auch keinesfalls leere Worte in Leitbildern oder Wortwolken bleiben.
Sie sind innere Orientierung, die unser Handeln leiten. Im Team beeinflussen sie,
- wie wir miteinander sprechen,
- wie wir Entscheidungen treffen,
- wie wir Prozesse gestalten,
- wie wir mit Akteuren umgehen (Kinder, Eltern, Sozialraum),
- wie wir mit Fehlern, Stress und Unterschiedlichkeit umgehen.
Werte wirken sich immer aus. Auch dann, wenn sie nie benannt wurden. Deshalb kann ich die Arbeit mit Werten dir und deinem Team wirklich empfehlen.
Hier findest du ein Fallbeispiel aus einer sozialpädagogischen Einrichtung, in der ich mit dem Team Werte erarbeiten und entwickeln durfte.
Auch bei scheinbar einfachen Begriffen wie „Gesundheit“ steckt so viel dahinter.
Wenn Werte nicht geklärt sind, entstehen Reibungen
In vielen Teams werden Erwartungen stillschweigend vorausgesetzt:
„So macht man das doch.“ Oder: „Das gehört sich einfach.“ Auch bei scheinbar einfachen Begriffen wie „Gesundheit“ steckt so viel dahinter. Ungeklärt können hier Konflikte entstehen:
„Gesundheit bedeutet, dass wir uns rechtzeitig krankmelden, um andere nicht anzustecken.“
„Gesundheit bedeutet, dass man sich nicht wegen jedem Schnupfen krankmeldet, damit man die Kolleg: innen nicht überlastet.“
„Gesundheit erkennen wir daran, dass wir für Kinder gesunde Mahlzeiten sicherstellen.“
Wenn unterschiedliche Wertvorstellungen aufeinandertreffen, entstehen Spannungen. Was für die eine Person Ausdruck von Verantwortungsbewusstsein ist, fühlt sich für eine andere nach Kontrolle an. Was die eine als offene Kommunikation versteht, erlebt eine andere als Grenzüberschreitung.
Ungeklärte Werte im Team führen dazu, dass Konflikte auf der Beziehungsebene ausgetragen werden. Jede Person füllt die Worte mit eigenen Vorstellungen und geht davon aus, sie wäre jetzt im Recht. Deswegen müsst ihr in der Arbeit mit Werten so konkret wie möglich werden:
„Gesundheit ist ein Wert für uns, weil wir bewusst für gutes Arbeitsklima sorgen. Das tun wir mit regelmäßigen Kleinteams, Mitarbeitergesprächen und strengen Pausenregelungen.“
Wertearbeit im Team ist kein Einmal-Projekt
Werte lassen sich nicht verordnen und nicht „festlegen“. Wirksame Wertearbeit im Team bedeutet nicht, sich auf wohlklingende Begriffe zu einigen, sondern gemeinsam zu erforschen:
- Was bedeutet dieser Wert für jede einzelne Person?
- Woran wird er im Alltag konkret sichtbar?
- Wo wird er herausgefordert?
Ein Wert wie „Respekt“ kann im selben Team sehr unterschiedlich gelebt werden. Genau hier beginnt echte Werteklärung im Team – nicht bei der Einigung auf Worte, sondern beim Austausch über Erfahrungen.
Ich empfehle daher gerne, regelmäßig einen Werte-Check-in zu machen. Mithilfe von Arbeitsblättern kann jede Mitarbeiterin für sich Werte definieren und festhalten, wie sie diese im Arbeitsalltag sichtbar werden lässt.
Was Werte im Team ermöglichen
Psychologische Sicherheit
Psychologische Sicherheit im Team beschreibt das Gefühl, offen sprechen zu können, ohne Angst vor Abwertung, Bloßstellung oder negativen Konsequenzen. Teams mit hoher psychologischer Sicherheit stellen Fragen, sprechen Unsicherheiten an, machen Fehler sichtbar und lernen gemeinsam. Wenn Mitarbeitende sich im Team sicher fühlen, können sie zur Höchstform auflaufen. Euer Team wird zum Power-Team wenn ihr zusammen aus Fehlern lernt und Konflikte klärt.
Gemeinsame Werte bilden dafür eine zentrale Grundlage. Sie geben Orientierung dafür, wie im Team miteinander umgegangen wird – besonders in belastenden oder konflikthaften Situationen. Wenn Werte nicht nur benannt, sondern regelmäßig reflektiert werden, entsteht Verlässlichkeit. Teammitglieder wissen, woran sie sind und was von ihnen erwartet wird.
Effizienz
Wenn Konflikte geklärt werden, bevor sie zu viel Energie ziehen, arbeitet ihr effizienter zusammen. Das zeigt sich zum Beispiel darin, dass du eine Kollegin kurzfristig um Hilfe bittest. Wenn zwischen euch ein ungeklärter Konflikt schwelt, fällt dir dieser Schritt viel schwerer. Projekte werden gemeinsam angegangen und auch abgeschlossen.
Wenn du weißt, was von dir erwartet wird, kannst du auch danach handeln. Du bist nicht damit beschäftigt, herauszufinden, wie du einen Auftrag ausführen sollst. Weniger Ablenkung durch emotionalen Stress bedeutet effizienter arbeiten können.
Fehlerkultur
Eure Werte definieren, wie ihr mit Fehlern umgeht. Wird darüber offen gesprochen, weil zum Beispiel ein Wert lautet: „Offenheit und Neugier“? Ist es möglich, neugierig zu erforschen, wie es beim nächsten Mal besser klappen könnte? Fällt es leicht, Verantwortung zu übernehmen, weil dies ein geteilter Wert ist?
Feedbackkultur
Feedbacks sind in Teams das Öl im Getriebe. Kurze, respektvolle und konstruktive Feedbacks helfen euch, Konflikte zu verhindern. Ihr übt miteinander, das auszusprechen, was gut war und was nicht. Gemeinsame Werte im Team geben dir die Sicherheit, Feedback zu empfangen und auch zu geben.
Erste Schritte zur Werteklärung im Team
Wertearbeit muss nicht kompliziert sein. Oft reichen gezielte Reflexionsimpulse, um Gespräche zu öffnen:
- Welche Verhaltensweisen im Team geben mir Sicherheit?
- Wann erlebe ich Zusammenarbeit als stimmig?
- Welche Situationen kosten mich besonders viel Energie – und warum?
- Welche Werte sind mir im Arbeitsalltag besonders wichtig?
Solche Fragen schaffen Raum für unterschiedliche Perspektiven, ohne zu bewerten oder zu belehren.
Wer sich auf Translanguaging einlässt, fördert nicht nur die Sprachkompetenz, sondern auch Selbstbewusstsein, Identität und Motivation der Kinder. Es ist eine Chance, den Alltag in Kita und Schule ressourcenorientiert, wertschätzend und kreativ zu gestalten.
Fazit: Werte im Team brauchen Alltag, keine Plakate
Teams brauchen keine perfekten Werte, sondern geteilte Orientierung. Wenn Werte im Team ausgesprochen, reflektiert und im Alltag überprüft werden dürfen, entsteht eine tragfähige Teamkultur. Das stärkt psychologische Sicherheit, reduziert Konflikte und ermöglicht wirksame Zusammenarbeit.
Werte im Team sind kein Luxus, sie sind die Basis dafür, wie Arbeit miteinander gelingt.
Möchtest du gemeinsame Werte in eurem Team erarbeiten? Ich begleite euch strukturiert und zielführend.
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